Klimafreundlich in den Urlaub: Entspannt reisen mit dem Nachtzug

Mit Beginn der Urlaubssaison stellt sich für viele die Frage: Wie komme ich möglichst bequem, schnell und gleichzeitig klimafreundlich ans Ziel? Während Kurzstreckenflüge innerhalb Europas nach wie vor beliebt sind, gewinnt das Reisen mit dem Zug – insbesondere mit dem Nachtzug – zunehmend an Bedeutung. Der Nightjet der Österreichische Bundesbahnen zeigt, dass nachhaltiges Reisen keineswegs Verzicht bedeuten muss.

Kurzstreckenflüge: Hohe Emissionen für kurze Wege

Der Flugverkehr gehört zu den klimaschädlichsten Verkehrsmitteln überhaupt. Besonders problematisch sind Kurzstreckenflüge innerhalb Europas, etwa von Wien nach Berlin, Zürich, Hamburg oder Rom. Gerade beim Start und bei der Landung entstehen besonders hohe CO₂-Emissionen pro Kilometer.

Ein Flug von Wien nach Berlin verursacht pro Person – je nach Berechnungsmethode – etwa 200 bis 300 Kilogramm CO₂. Die gleiche Strecke mit dem Nachtzug verursacht nur einen Bruchteil davon. Bahnreisen in Europa zählen zu den klimafreundlichsten Formen des Fernverkehrs, insbesondere wenn der Strom aus erneuerbaren Energien stammt.

Der oft unterschätzte Zeitaufwand beim Fliegen

Fliegen wirkt auf den ersten Blick schnell. Tatsächlich wird jedoch häufig nur die reine Flugzeit betrachtet. Zum gesamten Reiseaufwand gehören:

  • Anreise zum Flughafen
  • frühes Erscheinen für Check-in und Sicherheitskontrolle
  • Boarding und Wartezeiten
  • Gepäckausgabe
  • Weiterfahrt vom Flughafen in die Innenstadt

So dauert eine Flugreise innerhalb Europas oft deutlich länger als gedacht. Für eine Verbindung wie Wien–Berlin oder Wien–Venedig kommen schnell fünf bis sieben Stunden Gesamtzeit zusammen.

Beim Nachtzug dagegen beginnt die Reise meist direkt im Stadtzentrum. Wer abends einsteigt, kommt morgens ausgeschlafen im Zentrum der Zielstadt an – ohne Sicherheitskontrollen, lange Wartezeiten oder Umsteigen auf Flughafenshuttles.

Reisen im Schlaf: Der Nightjet als Alternative

Der Nightjet der Österreichische Bundesbahnen verbindet zahlreiche europäische Städte über Nacht. Von Wien aus bestehen Direktverbindungen unter anderem nach:

  • Berlin
  • Hamburg
  • Zürich
  • Amsterdam
  • Rom
  • Venedig
  • Paris

Die Züge bieten unterschiedliche Komfortklassen – von Sitzwagen bis zu Schlafwagen mit eigenen Abteilen. Viele Reisende schätzen besonders die entspannte Atmosphäre: kein Gedränge beim Boarding, mehr Bewegungsfreiheit und die Möglichkeit, die Reisezeit sinnvoll als Schlafzeit zu nutzen.

Nachhaltigkeit ohne Reiseverzicht

Klimafreundliches Reisen bedeutet nicht, auf Urlaub oder Mobilität zu verzichten. Vielmehr geht es darum, bewusste Entscheidungen zu treffen. Gerade innerhalb Europas gibt es heute zahlreiche attraktive Bahnverbindungen, die eine echte Alternative zum Flugzeug darstellen.

Wer mit dem Nachtzug reist,

  • reduziert seinen persönlichen CO₂-Ausstoß deutlich,
  • spart oft Hotelübernachtungen,
  • reist stressfreier,
  • und erlebt Europa entschleunigt und komfortabel.

Fazit

Die Urlaubssaison bietet eine gute Gelegenheit, das eigene Reiseverhalten zu überdenken. Kurzstreckenflüge verursachen hohe Emissionen und sind häufig weniger zeitsparend als angenommen. Nachtzüge wie der Nightjet zeigen dagegen, dass klimafreundliches Reisen komfortabel, praktisch und entspannend sein kann.

Europa wächst auf der Schiene wieder näher zusammen – und vielleicht beginnt der Urlaub künftig nicht erst am Zielort, sondern bereits mit der Reise selbst.

Übersicht zu den Verbindungen

https://www.nightjet.com/de/reiseziele/oesterreich/linz

https://www.nightjet.com/dam/jcr:0277e8b4-7622-400e-9bcf-381e35aa8bf0/nightjet-folder-2026-deutsch.pdf

FRAGE: Bist du schon mit dem Nightjet gefahren?

–> Schreibe uns deine Erfahrungen an info@klima-stmarien.at

Update 5. Juli 26: Nachtzug-Boom hält an – früh buchen zahlt sich aus

Das Interesse an klimafreundlichen Nachtzugreisen wächst europaweit weiter. Immer mehr Menschen entdecken den Nachtzug als entspannte Alternative zum Flugzeug. Gleichzeitig zeigt ein aktueller Bericht von ORF.at, dass die Planung einer solchen Reise noch nicht immer einfach ist.

Ein Grund dafür ist die Vielzahl unterschiedlicher Bahngesellschaften in Europa. Nicht alle Nachtzugverbindungen werden in den Buchungssystemen der großen Anbieter angezeigt. Wer beispielsweise nach Skandinavien reisen möchte, muss teilweise gezielt nach den jeweiligen Betreibern suchen. So wird etwa die saisonale Verbindung von Innsbruck nach Malmö nicht automatisch in allen Buchungssystemen angezeigt.

Der ORF-Bericht räumt außerdem mit einem weit verbreiteten Mythos auf: Nachtzüge sind keineswegs grundsätzlich Monate im Voraus ausgebucht. Zwar sind die günstigsten Sparschiene-Tickets kontingentiert und auf beliebten Strecken rasch vergriffen, auf vielen Verbindungen sind aber auch in den Sommermonaten noch Liege- und Schlafwagenplätze verfügbar. Wer früh bucht – bei den ÖBB bis zu 180 Tage vor Reiseantritt – hat die besten Chancen auf günstige Preise.

Interessant ist auch der Kostenvergleich: Billigflüge erscheinen häufig nur auf den ersten Blick günstiger. Zusatzkosten für Gepäck, Sitzplatzreservierungen, die An- und Abreise zum Flughafen oder Parkgebühren relativieren den Preisvorteil oft erheblich. Demgegenüber können Nachtzüge eine Hotelübernachtung ersetzen und bieten eine entspannte Anreise direkt von Stadtzentrum zu Stadtzentrum.

Die Europäische Kommission möchte künftig zudem für mehr Transparenz sorgen. Geplant ist, dass große Buchungsplattformen alle verfügbaren Reiseoptionen – Bahn, Bus, Flug und Fähre – übersichtlich darstellen und neben Preis und Reisedauer auch die verursachten Treibhausgasemissionen ausweisen. Das würde den Vergleich klimafreundlicher Reisemöglichkeiten deutlich erleichtern.

Bericht auf ORF.at (5.7.2026): https://orf.at/stories/3434803

Alternative Routenplanung auf https://nightride.com/de

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