Nach dem Rekordsommer: Klimaschutz, der uns allen etwas bringt

Der Sommer 2026 hat deutlich gezeigt, wie sich unser Klima verändert. Österreich erlebte den heißesten Sommer der Messgeschichte. Hitze und Trockenheit waren auch in Oberösterreich deutlich zu spüren. Solche Sommer werden mit fortschreitender Erderhitzung wahrscheinlicher und stellen Menschen, Landwirtschaft und Natur vor neue Herausforderungen.

Wir müssen uns daher an heißere und trockenere Sommer anpassen. Gleichzeitig bleibt es entscheidend, die Ursachen der Erderhitzung zu begrenzen. Denn jedes Zehntelgrad, das wir vermeiden, verringert die künftigen Auswirkungen.

Klimaschutz wird dabei häufig mit Verzicht verbunden. Viele wirksame Maßnahmen können jedoch genau das Gegenteil bedeuten: mehr Lebensqualität, geringerer Energieverbrauch, weniger Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und ein ange-nehmeres Lebensumfeld.

Angenehmer wohnen und weniger Energie brauchen

Ein gut gedämmtes Haus benötigt im Winter weniger Heizenergie. Ein durchdachter sommerlicher Hitzeschutz – etwa durch Außenbeschattung – hilft gleichzeitig, Wohnräume an heißen Tagen länger kühl zu halten.

Wer eine alte Öl- oder Gasheizung durch eine klimafreundliche Heizform wie beispielsweise eine Wärmepumpe ersetzt, kann den Verbrauch fossiler Energie deutlich reduzieren. Photovoltaik erzeugt erneuerbaren Strom direkt am eigenen Dach. Über Energiegemeinschaften können auch Haushalte ohne eigene PV-Anlage erneuerbaren Strom aus der Region nutzen.

So können Klimaschutz, Wohnkom-fort und größere Unabhängigkeit von Öl und Gas Hand in Hand gehen.

Mobil sein mit weniger Energie

Kurze Wege zu Fuß oder mit dem Rad bedeuten Bewegung, verursachen keine Abgase und kaum Lärm. Wo ein Auto notwendig ist, benötigt ein Elektroauto wesentlich weniger Energie als ein vergleichbarer Verbrenner. Mit erneuerbarem Strom betrieben, lassen sich die Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren. Gleichzeitig fährt es lokal abgasfrei und leiser.

Auch Carsharing kann Kosten und Ressourcen sparen – ein Thema, über das wir bereits in der letzten Gemeindezeitung berichtet haben.

Mehr Grün hilft uns allen

Emissionsreduktion allein reicht inzwischen nicht mehr. Wir müssen unsere Umgebung zugleich besser auf Hitze, Trockenheit und Starkregen vorbereiten.

Bäume und Sträucher spenden Schat-ten und können durch Verdunstung ihre Umgebung kühlen. Unversiegelte und lebendige Böden nehmen Regenwasser auf und speichern Feuchtigkeit. Das hilft in Trockenperioden und kann bei Starkregen den schnellen Wasserabfluss vermindern.

Davon profitiert auch die Artenvielfalt: Heimische Bäume, Hecken und Stauden bieten Nahrung und Lebensraum für Vögel, Schmetterlinge, Wildbienen und zahlreiche andere Tiere. Klimaanpassung, Bodenschutz und Biodiversität lassen sich daher oft gemeinsam umsetzen.

Der Herbst darf etwas „unordentlich“ sein

Gerade jetzt können wir in unseren Gärten mit wenig Aufwand etwas für die Artenvielfalt tun.

Abgeblühte Stauden müssen im Herbst nicht zurückgeschnitten werden. Ihre Samenstände bieten Vögeln Nahrung, Stängel vielen Insekten ein Winterquartier. Auch Laub ist kein Abfall: Unter Hecken und Sträuchern oder auf Beeten schützt es den Boden, hält Feuchtigkeit zurück und bietet Tieren Unterschlupf. Ein Laub- oder Reisighaufen in einer ruhigen Gartenecke kann sogar einem Igel beim Überwintern helfen.

Und wer etwas neu gestalten möchte: Der Herbst ist eine gute Pflanzzeit für viele heimische Gehölze und Stauden.

Manchmal bedeutet Natur- und Klimaschutz also nicht, mehr zu tun – sondern einfach etwas weniger aufzuräumen und der Natur mehr Raum zu lassen.

Was können wir in St. Marien tun?

Wo fehlen Bäume und Schatten? Wo können wir Böden und Natur mehr Raum geben? Wie können wir Energie und Mobilität klimafreundlicher gestalten?

Darüber möchten wir gemeinsam nachdenken. Der Arbeitskreis Klima- und Bodenbündnis trifft sich am 19. Oktober im KIMST. Wir freuen uns über alle, die Ideen einbringen, mitdiskutieren oder einfach einmal vorbeischauen möchten.

Klimaschutz, Bodenschutz und Artenvielfalt gehören zusammen – und vieles, was dem Klima hilft, kann unser Leben schon heute angenehmer machen.

Josef Winter, AK-Mitglied

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