Regionalen Sonnenstrom gemeinsam nutzen – Zwei Energiegemeinschaften für St. Marien im Vergleich

Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeit, Strom aus der Region über eine Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG) zu beziehen oder ihren selbst erzeugten Sonnenstrom mit anderen zu teilen. Auch für Haushalte in der Gemeinde St. Marien gibt es attraktive Möglichkeiten. Je nach Netzanschluss kommen insbesondere die Energiegemeinschaft Ansfelden oder – für den Ortsteil Weichstetten – die EEG St. Florian in Frage.

Was ist eine Energiegemeinschaft?

Eine Erneuerbare Energiegemeinschaft verbindet Stromerzeuger und Stromverbraucher innerhalb derselben Netzregion. Überschüssiger Strom aus Photovoltaik-, Wasser- oder Windkraftanlagen wird direkt an andere Mitglieder weitergegeben. Reicht der regional erzeugte Strom nicht aus, erfolgt die Versorgung automatisch wie gewohnt über den bisherigen Stromlieferanten. Der bestehende Stromliefervertrag bleibt dabei unverändert bestehen.

Von einer Energiegemeinschaft profitieren sowohl Strombezieher als auch Betreiber von Photovoltaikanlagen:

  • günstigere Stromkosten durch reduzierte Netzentgelte und Abgaben
  • attraktive Vergütung für eingespeisten Sonnenstrom
  • regionale Wertschöpfung
  • Unterstützung der Energiewende
  • Teilnahme auch ohne eigene Photovoltaikanlage

Zwei interessante Angebote für St. Marien

Für Bürgerinnen und Bürger aus St. Marien sind derzeit insbesondere zwei benachbarte Energiegemeinschaften interessant.

Energiegemeinschaft Ansfelden

Die Energiegemeinschaft Ansfelden richtet sich an Haushalte, Betriebe und landwirtschaftliche Betriebe im entsprechenden Netzgebiet. Neben zahlreichen Photovoltaikanlagen gehören auch Wasserkraft- und Windkraftanlagen zur Gemeinschaft.

Dadurch steht den Mitgliedern auch in den Abend- und Nachtstunden sowie während des Winterhalbjahres häufig regional erzeugter Strom zur Verfügung. Dies erhöht den Anteil des tatsächlich innerhalb der Energiegemeinschaft bezogenen Stroms und verbessert den wirtschaftlichen Nutzen für die Mitglieder.

EEG St. Florian

Die EEG St. Florian verfolgt ebenfalls das Ziel, regional erzeugten Ökostrom innerhalb der Region zu nutzen. Die Gemeinschaft besteht derzeit überwiegend aus Photovoltaikanlagen und erweitert ihr Angebot laufend um innovative Lösungen wie Winter-PV-Anlagen und Batteriespeicher.

Für Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde St. Marien ist die Teilnahme derzeit insbesondere im Ortsteil Weichstetten interessant. Ob ein Anschluss möglich ist, hängt jedoch – wie bei jeder Energiegemeinschaft – vom jeweiligen Netzanschlusspunkt (Trafo bzw. Umspannwerk) ab und kann anhand der Zählpunktnummer geprüft werden.

Vergleich der beiden Energiegemeinschaften

MerkmalEnergiegemeinschaft AnsfeldenEEG St. Florian
TeilnahmeHaushalte, Betriebe und PV-ErzeugerHaushalte, Betriebe und PV-Erzeuger
Versorgungsgebiet für St. Marienje nach Netzanschluss für viele Bereiche der Gemeinde interessantderzeit insbesondere Weichstetten (abhängig vom Netzanschluss)
ErzeugungsmixPhotovoltaik, Wasserkraft und Windkraftüberwiegend Photovoltaik, ergänzt durch Winter-PV und Batteriespeicher
Versorgung in der Nachtsehr gut durch Wasser- und Windkraft
überwiegend Strom von bisherigen Lieferanten
Versorgung im Winterhöherer Anteil regionaler Energiestärker von der Sonneneinstrahlung abhängig
Besonderheitenbreiter Erzeugungsmix sorgt für hohe EigenversorgungFokus auf regionale PV-Anlagen und laufender Ausbau innovativer Lösungen
Informationenhttps://www.ew-ansfelden.athttps://www.eeg-stflorian.at

Welche Energiegemeinschaft ist die richtige?

Welche Energiegemeinschaft genutzt werden kann, entscheidet nicht die Gemeindegrenze, sondern der jeweilige Netzanschluss. Deshalb empfiehlt es sich, die Teilnahme direkt bei der jeweiligen Energiegemeinschaft anhand der Zählpunktnummer prüfen zu lassen.

Für Haushalte ohne eigene Photovoltaikanlage kann sich der Beitritt bereits heute finanziell lohnen. Betreiber von PV-Anlagen profitieren wiederum von einer regionalen Vermarktung ihres Überschussstroms.

Neben den Preisen lohnt sich auch ein Blick auf den Erzeugungsmix der Gemeinschaft. Je vielfältiger die Stromerzeugung aufgestellt ist, desto häufiger kann tatsächlich regional erzeugter Strom genutzt werden – nicht nur an sonnigen Sommertagen, sondern auch in den Abendstunden oder während des Winters.

Unser Tipp

Wer sich für eine Energiegemeinschaft interessiert, sollte nicht nur den aktuellen Strompreis vergleichen. Ebenso wichtig sind das Versorgungsgebiet, der Anteil regional erzeugten Stroms über das gesamte Jahr und die langfristige Ausrichtung der Energiegemeinschaft.

Die Energiegemeinschaft Ansfelden punktet insbesondere durch ihren vielfältigen Erzeugungsmix aus Photovoltaik, Wasser- und Windkraft. Die EEG St. Florian setzt auf den kontinuierlichen Ausbau regionaler Photovoltaikanlagen sowie auf innovative Winter-PV- und Speicherlösungen.

Beide Initiativen leisten einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energiewende und zeigen, wie erneuerbare Energie gemeinsam genutzt werden kann.

P.S.: ich selbst bin Mitglied bei der Energiegemeinschaft Ansfelden und hierzu gerne (weitere) Fragen beantworten.

Josef Winter

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